Die Bruderschaft im Jahreslauf

Foto: Bruderschaftsmahl im Oktober 2013

Den von den Gründungsvätern vorgegebenen Zielen fühlt sich die Bruderschaft unverändert verpflichtet. So steht bei den Veranstaltungen der Bruderschaft, wenn immer möglich, auch der Königsstuhl und die mit ihm verbundene  Geschichte, sowie den Erhalt des Friedens im Mittelpunkt.

 

Nachfolgend finden Sie eine Aufzählung der wichtigsten Veranstaltungen im Jahresrhythmus der Bruderschaft. (Ein Klick auf den Überschriftsbalken, öffnet die jeweilige Beschreibung)

Die alljährliche Bruderrunde am 20. August in Lahnstein.  Am Vortag, der Abwahl von König Wenzel, findet die Jahreshauptversammlung statt und in geheimer Abstimmung wird der Kandidat für das Kanzleramt bestimmt.

Alljährlich am 21. August, dem Tage der Erstbesteigung des steinernen Königsstuhls durch Kurfürst Ruprecht von der Pfalz, wird an dieser historischen Stätte die Kanzlerwahl vollzogen, nachdem am Vortag, dem Tag der Abwahl König Wenzels, die Jahreshauptversammlung in Lahnstein stattgefunden hat und in geheimer Wahl der Kandidat für das Kanzleramt gewählt wurde. Nach seiner öffentlich erfolgten Wahl wird der neue Kanzler mit feierlichem Zeremoniell in sein Amt eingeführt, sodann bestimmt er Säckelmeister und Schreiber.

Nur aus wichtigen Gründen dürfen gewählte oder bestimmte Vorstandsmitglieder Wahl und Bestimmung ablehnen. Eine förmliche Satzung mochte sich die Bruderschaft nicht geben, auch nicht den Status eines eingetragenen Vereins haben. Vorstand und jeder Mitbruder stellen sich dagegen unter das verpflichtende Wort:

EHRE IST ZWANG GENUG!

Die Insignien des Bruderschaftskanzlers

Bereits im 18. Jahrhundert hatten Rat und Verwaltung der Stadt Rhens den Magistrat der Stadt Koblenz jeweils am Pfingstmontag zu einer Feier an den Königsstuhl geladen. Rhens wollte damit u. a. Dank sagen für die Befreiung von Zöllen, wenn sich Bauern und Händler zum Markt nach Koblenz begaben.

Im Laufe der Zeit ergab es sich, dass auch Lahnstein an diesem Treffen teilnahm. Auch fand sehr bald die Wahl des Oberbürgermeisters von Koblenz auf dem Königsstuhl statt, bei dem gewählten Oberbürgermeister die Amtskette feierlich verliehen wurde.

Aus dieser Tradition heraus wird auch der Bruderschaftskanzler, der ebenfalls jeweils nur für ein Jahr gewählt wird, mit der Kanzlerkette geschmückt.

Mit dem Silberpokal, der bei der Bruderschaftsgründung von einem Freund des Gründers gestiftet wurde, begrüßt der Bruderschaftskanzler die Ehrengäste und die neuen Mitbrüder bei deren Aufnahme anlässlich des Bruderschaftsmahls mit folgendem Trinkspruch:

„Nimm Szepter, Hermelin und Kron'und alles was ich trage.

Doch quält Dich Zwietracht einst und Hohn, so denk' an mich und sage:

„Der Wein ist mehr als Kronen wert, das hat ein Kaiser mich gelehrt am Königsstuhl zu Rhense. "

So sprach der Kaiser Wenzeslaus  und trank den vollen Humpen aus am Königsstuhl zu Rhense.

Zu den Insignien gehören weiter die Gründerakte und die vom Goldschmiedemeister Günter Flach aus Koblenz gestiftete Silberglocke, mit der alle Festlichkeiten eingeläutet werden. Am 21. August 1400 wurde Ruprecht von der Pfalz zum römischen König gewählt. Alljährlich wählt auch die Bruderschaft an diesem Wahltag den Kanzler, dem dann die Insignien feierlich übergeben werden. Nach seiner Wahl bestimmt der Kanzler den Schreiber und den Säckelmeister. Einige Tage später beruft er dann die Mitglieder des Kanzlerrats, dem darüber hinaus alle ehemaligen Kanzler angehören müssen.

- jeweils am letzten Samstag im Oktober wird das BRUDERSCHAFTSMAHL GEHALTEN: Teilnahme ist Pflicht

Das sehr festliche Bruderschartmahl, als herausragendes Ereignis im Jahreslauf, dient gemäß der Zielsetzung der Bruderschaft dem Geist der Gemeinschaft und der Pflege des Geschichtsbewußtseins untereinander.

Im Mittelpunkt steht das Referat seines deutschen Historikers. Alljährlich wird zum Mahl eine prominente Persönlichkeit des öffentlichen Lebens als Ehrengast eingeladen, der nach der Begrüßung durch den Kanzler seine Gastansprache hält. Es folgt das Herrenessen, ein schlichtes, aber gut bürgerliches Mahl mit typischen Gerichten und Getränken der Landschaft um Rhens.

Auch der Verlauf des Mahls erfolgt nach festgelegtem Zeremoniell mit Trinksprüchen auf Rhens, Koblenz, Rheinland-Pfalz und das deutsche Vaterland und auf den. Friedengruß an Europa.

Seit dem Tag der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes am 3. Oktober 1990 begeht die Bruderschaft alljährlich am Königsstuhl eine Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit, in deren Mittelpunkt jeweils eine Ansprache einer namhaften Persönlichkeit des öffentlichen Lebens steht.

Die Feierstunde endet mit der Verlesung des Friedensgrußes vom Königsstuhl. Darin wird, beginnend mit dem Bau des Königsstuhls nach dem Willen Kaiser Karls IV. als Monument des Rechts, der Versöhnung und des Friedens bis hin zur Trennung und Wiedervereinigung Deutschlands, auf eine mehr als 600jährige Geschichte verwiesen und die Einheit Europas angemahnt.

Friedensgrußvom Königsstuhl zu Rhens am Rhein

erbaut von Rhenser Bürgern nach dem Willen Kaiser Karls IV., König und Kurfürst von Böhmen, ein Monument des Rechts, der Versöhnung und des Friedens durch Jahrhunderte grüßen wir heute, am Tage des wieder einigen deutschen Staates zu dieser Einheit, die uns so lange verwehrt war, unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger in den Ländern der bisherigen DDR: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Ost-Berlin, und mit ihnen alle Bundesländer. Zu lange waren wir durch diese widerrechtliche Teilung getrennt, zu viele Mitmenschen aus diesen heute neuen Bundesländern haben unsäglich gelitten, durch Trennung von engsten Angehörigen, durch Gefängnis, Folterungen und Tod, durch Schikane und andere Misshelligkeiten. Viele, zu viele Menschen hierin der Bundesrepublik mochten an die Einheit nicht mehr glauben, wurden gleichgültig, ja manchmal blind für das Unrecht, das unsere deutschen Mitmenschen ertragen mussten.

Für eine große Zahl von Deutschen in allen Bundesländern und in den Ländern jenseits der neuen Grenzen mag der Tag heute nicht als Tag der Freude gelingen. Ihnen gilt unser Respekt und unsere Hochachtung. Durch ihre hochherzige Haltung im Schmerz über den Verlust ihrer Heimat in deutschen Grenzen wurde dieser Tag der Einheit möglich. Bauen wir deshalb mit der Kraft des neuen einigen Deutschlands an der Einheit Europas

damit die neuen Grenzen durchlässig das Trennende mehr und mehr verlieren, damit wir in Freude ein Volk in Deutschland, in einem freien, demokratischen, gerechten europäischen Haus Europa leben und arbeiten können. Niemals mehr wollen wir in Europa mit den Augen von Kanonen auf einander schauen, nicht wieder mit Bajonetten bewehrten Armen auf einander losgehen und einschlagen. Keine wie immer konstruierten Bomben sollen jemals wieder den Schlaf unserer Kinder in der Nacht schrecken. Wir wollen den patriotischen Geist anderer Völker achten, wie wir auch für uns erhoffen, dass eine tausendjährige Geschichte der Deutschen in der Summe mehr gilt als die Greuel der jüngeren Geschichte, durch die alle Leiden der Völker - auch des eigenen Volkes - schier unerträglich waren, deren Narben mahnend und unvergessen sind.

Dieser Tag der Freude muss für uns und alle Völker in Europa ein neuer Anfang sein. Das gemeinsame der Geschichte der europäischen Völker muss zu einem Band des Rechts, der Versöhnung und des Friedens werden.

So soll diese Deutsche Einheit ein leuchtendes Friedensfeuer sein, für uns und alle Nachbarn in Europa, in Einigkeit, Recht und Freiheit.

Kaiser Ruprecht Bruderschaft zur Pflege des Andenkens an den Königsstuhl zu Rhense und deutscher Geschichte.

Die alle zwei Jahre stattfindende Verleihung des Friedenspokals “PAX OPTIMA RERUM“ an europäische Städtepartnerschaften.

Mit Verleihung des von der Bruderschaft gestifteten Friedenspokals “PAX OPTIMA RERUM an deutsch-europäische Städtepartnerschaften soll deren Friedens- und Versöhnungsarbeit gewürdigt werden. 

Friedensappell - Friedenspokal

In einem regelmäßigen zeitlichen Abstand von ca. 2 Monaten finden Vortragsveranstaltungen in Verbindung mit einem Dämmerschoppen statt.

Das Programm der Bruderschaft sieht einmal im jedem Jahr eine eintägige Reise zu Veranstaltungen, meist mit historischen/ geschichtlichen Hintergrund vor. So ist hat es im Jahre 2013 eine Fahrt zur Wittelsbacher Ausstellung nach Mannheim gegeben.

Für 2014 ist im Juni eine Fahrt zur Kaiserstadt Aachen geplant.

Meistens in der Herbstzeit findet eine mehrtägige Bildungsreise zu historisch und kulturell bedeutsamen Städten oder Regionen innerhalb Deutschlands oder des benachbarten Auslands auf dem Veranstaltungsprogramm der Bruderschaft.

Die belgische Region Flandern , u.a. Brüssel(Hotel), Gent, Brügge , Antwerpen, soll das Ziel unserer diesjährigen Bildungsreise 2014 sein.

Hinweis

An allen Veranstaltungen, ausgenommen hiervon sind allein die Ordentliche Bruderrunde und das Bruder-schaftsmahl, können interessierte Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich teilnehmen.